Miri, Brunei, Labuan, Kuching 31.12.25 – 04.02.26
Ist da noch jemand? Ach, hoffentlich ist die Leserschaft nicht zu irgendwelchen Facebook- oder Instagram- oder gar Youtube-Kanälen desertiert. Wir wollen jetzt wieder artig sein und regelmäßig berichten aus der kleinen und überschaubaren Esmeralda-Segelwelt. Versprochen!

Um 21.40 Uhr am 31.12. landet unser Flugzeug in Miri und mit dem Grab-Taxi sind wir dann pünktlich kurz vor Mitternacht an Bord. Die gute Esmeralda hat sich in dem halben Jahr gut gehalten. Die Batterien sind voll, kein Schimmel – eigentlich sieht es genau so aus wie beim Verlassen der alten Dame. So schaffen wir es noch mit einem lauwarmen Bier aus der Bierbilge auf das neue Jahr anzustoßen, was hier glücklicherweise nur mit mäßigem Enthusiasmus und vor allem mit wenig Silvesterlärm gefeiert wird.
Wir? Wer ist eigentlich wir? Wir sind zu dritt!!! Kurzentschlossen hat sich Dieter (der Vater von Katrin) bereit erklärt, uns für eine Weile zu begleiten. Und wir freuen uns sehr über diesen lieben Besuch!
Die nächsten Tage gilt es das Segelboot Esmeralda wieder flott zu machen, den wackeren Perkins aus seinem Winterschlaf zu holen und noch ein paar verspätete Weihnachtsgeschenke an die Herrschaften zu überreichen. So gibt es u.a. ein neues Autoradio und ein neues Funkgerät für die Dame und eine neue hintere Nockenwellendichtung für den Herren. Man stelle sich die Freude bei den Beschenkten vor!



Auch unser neues Dinghi aus China ist mittlerweile eingetroffen. Der aufmerksame Leser wird sich noch erinnern, der unaufmerksame wird jetzt gerechterweise viele Seiten zurückgeschickt: Unser „altes“ Dinghi haben wir 2019 auf Martinique gekauft. Das ist nun gerade 7 Jahre her. Trotzdem ist es mittlerweile nicht nur undicht geworden, sondern auch förmlich auseinandergefallen. So sind wir das Risiko eingegangen, über einen völlig unbekannten Händler, der irgendwo in China sitzt, ein neues Schlauchboot zu einem Spitzenpreis per Vorauszahlung zu bestellen. Aber alles ist gut gelaufen. Das neue Beiboot ist da und sieht recht anständig aus. Später wird sich zwar herausstellen, dass die Position der Sitzbank bezüglich der Position der Ruder falsch ist, die Ruder selbst nicht lang genug sind und die Dollen (die Ruderbefestigungen) sehr wackelig sind, trotzdem sind wir zufrieden. Wir werden doch langsam alt und nutzen mehr (so wie fast alle Segler) den Außenborder. Und notfalls kann man ja paddeln!


Das Altwerden zeigt sich entsetzlicherweise auch an der Ausrüstung: ein Außenborder, der immer anspringt, ein Dinghi, welches noch nach Tagen prall mit Luft gefüllt ist, ein Großsegel, welches nicht alle Wochen geflickt werden muss. Ist das schon spießig? Werden wir unsere gewonnene Freizeit sinnvoll ausnutzen können?
Abends treffen wir uns noch einige Male mit unseren alten/neuen Freunden zum Essen und dann soll es nun aber auch weiter gehen. Abschied! Am 9. Januar verlassen wir noch bei Dunkelheit den Hafen von Miri. Die Tide passt gerade noch; wenn wir jetzt nicht flüchten, müssten wir noch viele Tage auf den richtigen Wasserstand warten.

Abschiedsessen in Miri
Tatsächlich ist wohl bei der Ausfahrt manchmal nicht einmal die berühmte Handbreit unterm Kiel, aber wir sind draußen. Dort erwartet uns Starkregen, Starkwind (der im Laufe des Tages langsam sich beruhigt) und eine gewaltige Welle, resultierend aus der etwas stürmischeren Nacht. Irgendwie nicht das richtige Wetter für den Wiedereinstieg. Der Regen ist übrigens so heftig, dass es in Miri zu Überschwemmungen kommt und dort an einigen Stellen mit Jetski auf den Straßen manövriert wird. Man sendete uns den Videobeweis!
Für uns bedeutet der Starkregen, dass wir permanent nass sind, dass der Regen in den Augen beim nach-oben-Schauen schmerzt und dass die Sicht nur wenige Meter beträgt. Letzteres führt dazu, dass wir die reichlich vorhandenen Bohrinseln (die tatsächlich nicht alle mit AIS ausgerüstet sind) erst wenige Meter vor dem Boot auftauchen sehen. Da darf man dann auch nicht schreckhaft sein.
Ölplattformen auf dem Weg nach Brunei

Zum späten Nachmittag wird es besser: Wind und Regen haben nachgelassen und das Bordleben normalisiert sich. Die Nacht ist sogar recht ruhig und am Morgen trocknet die Sonne recht schnell die vielen nassen Klamotten. Und dann sind wir auch schon da. Das Sultanat Brunei ist unser Ziel. Brunei ist ein kleines Land und man muss aufpassen, dass man nicht dran vorbeifährt.


Uns gelingt es, die richtige Einfahrt zu finden und nach Passage einer Brücke, die angeblich 30m Durchfahrtshöhe bieten soll (niemals im Leben, aber für uns reicht es), ankern wir vor dem Royal Brunei Yacht Club. Zum Einklarieren geht´s per Dinghi zum Fährterminal. Hier bietet sich wieder das übliche Problem wie in so manchen Ländern: „Ein Segelboot will einchecken? So was hatten wir ja noch nie!“ Wir warten mit unseren anstandshalber ausgewählten langen Hosen im zum Glück voll klimatisierten Empfangsraum bis aus der Ferne der Spezialist herangeholt wurde. Dann geht relativ flott und wir düsen wieder zurück.


Brunei ist ein streng muslimisches Land. Alkohol wird nicht verkauft, die religiösen Gebräuche werden sehr ernst genommen und seit einiger Zeit gilt auch wieder die Scharia. Der Sultan von Brunei gehört Dank der reichlichen Ölbestände zu den weltweit reichsten Menschen dieser Welt und auch die Bewohner des Landes machen einen freundlichen und zufriedenen Eindruck. Kriminalität gibt es nicht und Kraftsoff kann man zu sensationell niedrigen Preisen kaufen. Zufällig ist nun unser Riesentank fast leer und mit Hilfe desYachtclubs erstehen wir 300 Liter besten Diesel zum Preis von 15 Eurocent/Liter. Aber was macht man sonst so in Brunei? Gisela aus Miri warnte uns: „Ein Land ohne Spaß!“ Wir lassen uns in die Hauptstadt Bandi Seri Begawan fahren, schauen uns die vielen sehr gewaltigen und prächtig ausgestatteten Moscheen an und unternehmen eine Flussfahrt entlang des Sungai Kedayan mit einem kleinen Motorboot. Wir sehen Krokodile, die lustigen Nasenaffen und viele „kleinere“ Wohnsitze des großen Sultans.








Guten Kaffee gibt es in BSB, viel Hitze und durch den zumeist verbauten weißen Sandstein ist es so hell, dass die Augen einen Schutz vertragen könnten. Zum Abend landen wir dann wieder in der Bar des RBYC und genießen das Essen mit einer Cola oder einem Saft. Sir Thomas, der freundliche Manager des Clubs bringt uns auf die Idee, das Boot hier aus dem Wasser zu nehmen. Eigentlich wollten wir nach Kudat im Norden von Borneo, wo dies per Travellift möglich wäre. Wir haben den Verdacht, dass nach der langen Liegezeit in Miri eine Reinigung und ein neuer Unterwasseranstrich nötig wäre, konnten aber wegen der Krokodilgefahr und des schlammigen Wassers bisher das Boot nicht abtauchen. Von einer chinesischen Kranfirma bekommen wir über Thomas ein sehr gutes Angebot und so wollen wir das versuchen. Problematisch ist, dass nur bei absolutem Hochwasser das Boot nahe genug an den Kran herankommt, so dass dies technisch möglich ist. Irgendwann abends um 19 Uhr passt es im letzten Tageslicht! Wir quälen uns durch die Flachstellen zum Steg und sind pünktlich da, nur der Kran ist nicht zu sehen! Angeblich hatte der Kranfahrer einen Verkehrsunfall und wäre im Krankenhaus, hören wir später. Sehr enttäuscht tuckern wir in der Dunkelheit wieder zum Ankerplatz. Einen Tag später soll es nun gelingen. Der Kran taucht zum Nachmittag tatsächlich auf, kommt dann aber wegen eines Getriebeschadens nicht mehr auf die passende Position. Doch die Chinesen wollen jetzt nicht aufgeben und besorgen einen Radlader, welcher sehr brutal den Kran mit seiner Gabel auf die richtige Stelle schubst. Gegen 20 Uhr in völliger Dunkelheit ist es nun soweit. Die Kontrahenten stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Viele Schaulustige haben sich mittlerweile eingefunden (Von wegen: „Land ohne Spaß!“). Der Kran hat seinen gewaltigen Arm ausgefahren und, oh Wunder, der Mast ist zu groß oder der Ausleger zu klein. Abbruch der Aktion! Der Chef-Chinese brüllt jetzt mit seinen Mannen und einer Frau herum und wir kompensieren eher durch hysterisches Lachen die Situation. Alle Daten, natürlich auch die Masthöhe, hatten wir angegeben. Hätte man das nicht vorher wissen müssen?
Vorbereitung zum Kranen


Eigentlich sind wir ganz froh über den Abbruch. Zum Schluss hatten wir doch etwas Angst um die Instrumente in der Mastspitze und so kriechen wir erneut durch die Dunkelheit an Hindernissen vorbei zum alten Liegeplatz. Es ist nichts passiert, gut so!

Am Tage darauf (ein Freitag) besuchen wir noch einmal die Hauptstadt mit einem sehr langweiligen historischen Museum und erleben dann um 12 Uhr die völlige Sonntagsruhe im gesamten Lande. Alle Geschäfte schließen, sogar die Malls werden zugeschlossen und man eilt in die Moschee. Dies ist Usus in Brunei an jedem Freitag von 12 Uhr bis 14 Uhr, wie wir erfahren. Nicht-Muslime nehmen ein Mittagessen ein, was anscheinend geduldet wird. Nun wird es wirklich etwas langweilig im Lande. Wir fahren wieder zurück, checken aus am Fährterminal, verabschieden uns von unseren neuen Bekannten im Yachtclub und ziehen dann am Samstag-Morgen gen Labuan.








Bei anfänglich wenigem Wind können wir nun endlich auch einmal das Unterwasserschiff abtauchen. Siehe da, so schlimm sieht es gar nicht aus und wir beschließen spontan, dass wir den Bewuchs gut schnorchelnderweise entfernen können und das Boot erst später an geeigneter Stelle aus dem Wasser nehmen. Eine Entscheidung, die uns sehr froh macht, können wir doch somit auf die Fahrt nach Kudat gegen den vorherrschenden Wind verzichten.
Labuan ist eine kleine Insel und liegt nur wenige Meilen entfernt von Brunei, gehört aber schon wieder zu Malaysia. Der Clou an der Insel ist, dass sie zollfrei ist. Nicht nur billiger Wein und Bier, nein, auch deutsche Schokolade gibt es zu niedrigeren Preisen als zu Hause. Wie das wohl geht?



Aber vor dem Shopping-Erlebnis wurden uns wieder die Qualen des Eincheckens auferlegt. Jabatan Laut (die Hafenbehörde) hat zum Samstag nicht geöffnet, so kann auch die Zollabfertigung nicht erfolgen und die Immigrationsbehörde macht viel Aufhebens, da angeblich unsere Online-Anmeldung nicht eingetroffen ist. Wir haben aber die Bestätigungs-Mails und nach langer Wartezeit klappt es dann doch. Den Rest können/müssen wir am Montag erledigen. Ansonsten ist das Leben hier tatsächlich lustiger. Viele Restaurants, viel Trubel, sogar laute Live-Musik auf der Straße.
Wir besuchen die Hauptsehenswürdigkeit der Insel in Form eines 30m hohen Schlotes. Selbiger ist über 100 Jahre alt und wurde über einem Kohlebergwerk erbaut. An den Zweck dieses Schlotes kann sich keiner mehr erinnern, dies bleibt im Imaginären. Da solche Bauwerke in diesen warmen Breiten sehr selten sind, ist man aber sehr stolz darauf!

Schöner ist dann eine Wanderung um das Schornsteinmuseum herum und auch der Surrender-Point interessiert uns mehr. Hier hat erst im September 1945 die japanische Armee gegenüber den australischen Truppen kapituliert und so war letztendlich auch für Borneo der 2. Weltkrieg beendet.





Nachdem unsere Stauplätze mit all den guten Dingen gefüllt sind, die es hier zu günstigen Preisen zu kaufen gibt, ist es auch Zeit für die Weiterfahrt. Da wir nun nicht mehr nach Kudat müssen, entscheiden wir uns für Kuching als nächstes Ziel. Wir haben viel Positives über diese größere Stadt im Süden des malaysischen Teils von Borneo gehört und auch für Dieter, unserem Besuch, ist es ein guter Platz für den Heimflug. Die 350 Meilen bis dahin wollen wir in kleinere Abschnitte einteilen, wobei wirkliche geschützte Ankerplätze eher selten sind auf dieser Strecke. Das erste Mal ankern wir ohne Schutz einer Bucht auf 7 m Wassertiefe. Der Schwell, der die gesamte Nacht sich hier im relativ flachen Wasser entwickelt, hält das Boot in Bewegung und somit die Mannschaft auch. Schlechte Bedingungen für einen erholsamen Schlaf.
Die nächsten 2 Nächte segeln wir dann doch durch. Das Land ist zu weit entfernt und der Wind passt. Das muss man ausnutzen!
Leider ist die 2. Nacht eine Nacht der Squalls. Das südchinesische Meer zeigt sich von seiner schlechten Seite: Heftigster Regen gepaart mit Starkwind, dann wieder eine kurze Flautenzeit und danach geht alles wieder von vorne los. Unangenehm ist, dass auch die Windrichtung sich permanent ändert und überall Ölplattformen im Wege stehen. Als am Tage dann das Land wieder in Sichtweite kommt, beschließen wir in einem Flusslauf zu ankern. Kollegen von uns haben hier bereits einmal die Nacht verbracht und eine einzelne Fahrwassertonne, die den Kanal markiert, soll es hier auch geben. Bei Einfahrt wird die auflandige Brandung im schlammigen Wasser immer größer, die Wassertiefe sinkt auf 4m und eine Markierung ist auch nicht zu erkennen. Kein Boot weit und breit! Wenn wir hier auf Grund laufen, sind wir verloren! Ein schneller Entschluss wird gefasst: Wir drehen ab!
Wir schaffen es noch mit dem allerletzten Tageslicht ein Plätzchen unterhalb der Insel Pulau Bruit zu finden und können mal wieder richtig durch- und ausschlafen.
Am nächsten Tage geht es weiter zum Rajang River. Die Bedingungen sind jetzt wieder gut; wir erleben schöne Segeltage mit achterlichem Wind in moderater Stärke. Der Rajang River ist gut betonnt und ausreichend tief und stellt keine Herausforderung dar. Hier gefällt es uns so gut, dass wir einen weiteren Tag bleiben und auch das kleine Dörfchen namens Rajang besuchen. Freundliche Menschen, überschaubare Einkaufsmöglichkeiten…

Allerdings ist mal wieder nicht alles so einfach. Wir mussten auf 20 Meter Wassertiefe ankern und dementsprechend 50 Meter Ankerkette ins Wasser schicken. Die wollen jetzt beim Ablegen einfach nicht wieder herauskommen. Die Kette rutscht immer wieder auf dem Kettenrad der Ankerwinde durch und das Manöver dauert ewig. Dazu muss gesagt werden, dass wir das Problem kennen, jedoch zuvor nie in dieser Heftigkeit auftrat. Zum Lifting-Programm der alten Dame Esmeralda in Miri gehörte auch, dass wir ihr eine neue Kette spendiert hatten. Also eine Ankerkette, 60 Meter, 10mm, in DIN-Norm, verzinkter Stahl. Die alte Kette war von gleicher Art, jedoch sehr rostig, was vermutlich zu mehr Grib auf dem Kettenrad führte. Die neue Kette scheint durch die erhaltene Verzinkung weniger Halt auf dem vermutlich abgenutzten Kettenrad zu finden, so dass wir uns also um ein neues Teil bemühen müssen. Da nirgendwo auf Borneo größere Seglerscharen auftreten, ist der Markt für z.B. Kettenräder nicht vorhanden. Da brauchen wir also gar nicht erst auf die Suche gehen. Wir rufen in Deutschland an: Toplicht will sich nicht zu eindeutigen Aussagen hinreißen lassen, ob auf unsere fast 40 Jahre alte Ankerwinde eines ihrer Kettenräder passt. Unsere Hausfirma SVB in Bremen will sich kümmern, schafft es aber trotz Erinnerungsmail nicht, sich überhaupt zurückzumelden. Wir sind sehr enttäuscht und werden uns zukünftig nach anderen Lieferanten umsehen. Gerne hätten wir auf ein Paket aus Deutschland gewartet, nun muss aber eine andere Lösung her. Unsere deutschen Freunde Gisela und Walter in Miri sind unsere letzte Rettung! Die Kette hatten wir von Ihnen gekauft und nun fragen wir doch einmal an, ob sie uns nicht auch das Kettenrad verkaufen würden, falls es größenmäßig passt. Wir haben Glück: Trotz verschiedener Ankerwinden scheint das Kettenrad identisch zu sein. Hierzulande kann man Pakete von Stadt zu Stadt günstig und schnell per Express-Bus liefern. Schon ein Tag später (wir sind jetzt schon in Kuching) können wir das Paket am Busbahnhof abholen und-oh welches Glück- es passt. Da Walter und Gisela nie Probleme mit rutschender Ankerkette hatten, gehen wir nun erst einmal von einer Lösung des Problems aus. Doch jetzt wieder schnell zurück in den Rajang River!
Am nächsten Tage wollen wir in den Sungai Krian-Fluss und vor dem Ort Kabong ankern. Wir fanden die Information, dass hier mal ein Kollege geankert hatte. Leider gibt es keine weiteren Angaben und auch die Karte verzichtet auf Tiefenangaben. Auch unsere C-Maps-Alternativkarte gibt nur spärliche Informationen preis, die dann aber auch von unserer Navionics-Erstkarte etwas abweichen. Die Einfahrt ist dann sehr spannend, die Wassertiefe fällt bis auf 2 Meter, aber letztendlich ankern wir dann in der gut geschützten Flussmündung auf wieder ausreichender Tiefe.
Nun ist Kuching nicht mehr weit und der nächste traumhafte Segeltag bringt uns zur Mündung des Sarawak-River und wir schaffen es noch gerade bis zur Kuching-Marina, welche 10 Meilen flussaufwärts liegt. Interessanterweise gibt es auf dem Wege dorthin einen Brückenneubau, welcher in keiner Karte verzeichnet ist, aber zum Glück auch noch einen schmalen Durchschlupf bietet. Nun hoffen wir mal, dass die fleißigen Bauarbeiter sich hin und wieder eine Pause gönnen, so dass wir auch wieder zurückkommen!

Die Marina ist in einem ramponierten Zustand. Außerdem fällt der hintere Anteil bei Niedrigwasser trocken, so dass nur wenige Plätze für uns zur Verfügung stehen. Aber es gibt sogar einen ortskundigen Kollegen, der uns einweist und die Leinen übernimmt. Wir sind da!


Der nächste Tag bietet dann genug Abwechslung mit dem Besuch der Hafenbehörde, Zoll und Immigrationsbehörde. In Malaysia muss man dies ja in jedem größeren Ort machen; die Kollegen wollen ja beschäftigt werden. Immer wieder wird fleißig kopiert, gestempelt und Papier vollgeschrieben. Was mit diesen Unterlagen wohl so passiert? Auch die Pässe bieten allmählich keinerlei Freiraum mehr.
Kuching ist die Hauptstadt des Bundesstaates Sarawak und hat ca. 630 000 Einwohner. Der Name bedeutet in der Landessprache „Katze“. Somit findet man reichlich Katzenstatuen in der Stadt verteilt, aber auch viele schöne Cafés, Restaurants und Häuser im Gründerzeit-Stil. Wir fühlen uns jedenfalls wohl hier.









Nun zieht es Dieter auch langsam wieder ins heimatliche aber auch winterliche Bremen zurück. Wir verleben aber noch ein paar schöne gemeinsame Tage, genießen die Landesküche, chinesische Food-Courts und auch westlich orientierte Restaurants. Und sucht man nicht gerade nach Ersatzteilen für Segelboote, bietet Kuching dann auch Einkaufsmärkte für alles Nötige. So wird es natürlich nicht langweilig. Trotzdem wollen wir irgendwann hier weiter in Richtung der im südchinesischen Meer liegenden indonesischen Inseln. Fortsetzung folgt!
