Suriname 06.02. – 24.02.2020

Suriname, ein Land über das wir in der Vergangenheit wenig gesprochen noch gehört haben. Wir haben weder Erwartungen noch Vorstellungen.

 

Unser neues Heim finden wir in der Domburg Marina, im Suriname River, 20 Seemeilen flussaufwärts ins Landesinnere. Festgemacht haben wir an einer Mooring. Etwas beruhigender als zu ankern, die Strömung ist doch gewaltig. Unter anderem sind Piranhas und Seeschlangen im Surinam River zu Hause und tummeln sich unter unserem Boot. Die Marina ist klein, wir liegen hier mit insgesamt 8 Booten. Überwiegend sind die Besitzer aus den Niederlanden.

 

Die Einklarierung konnten wir erst nach 4 Tagen vornehmen, da wir auf ein beantragtes Visum per Internet warten mussten. Dieses musste dann mit zu den Behörden . In anderen Ländern wäre eine tagelange Abwesenheit mit einer hohen Strafe geahndet worden. Hier war es kein Problem. Wert gelegt wurde dafür umso mehr auf die „Etikette“. Mit langen Hosen und geschlossenen Schuhen mussten wir bei den Behörden erscheinen.

Wir fühlten uns verkleidet…

Suriname, das ehemalige Niederländisch-Guyana erlangt 1975 ihre Unabhängigkeit. ¾ des Landes ist tropischer Regenwald. Die Bevölkerung besteht aus u.a. indischer, europäisch-afrikanischer, javanischer und chinesischer Abstammung. Die Hauptsprachen sind Niederländisch und Hindi.

Das Gemisch aus den verschiedenen Kulturen macht das Land für uns faszinierend. Wir lernen eine sehr leckere, etwas indisch angehauchte, interessante Küche kennen. Die Landschaft ist sehr grün und exotische Pflanzen springen uns immer wieder ins Auge.

Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Wir fühlen uns innerhalb kürzester Zeit sehr wohl. Aufgrund der niederländischen Sprache fühlt man sich wieder nach Europa versetzt. Nur an den Anblick, wie Einheimische mit ihren Vogelkäfigen spazieren gehen, können wir uns nicht gewöhnen.

Wir freuen uns, dass wir hier wieder unsere Fahrräder auspacken können und erkunden so die Umgebung. Nicht ganz ungefährlich, wie wir nach kurzer Zeit feststellen, gibt es doch keine Fahrradwege und wir haben das Gefühl, dass viele überholende Autos den Abstand zu uns nicht richtig einschätzen können. Und dann fahren die auch noch auf der verkehrten Seite!

Mit unseren Bootsnachbarn Cynthia und Harry freunden wir uns an. Gemeinsam planen wir einen Ausflug.

Wir wollen in den Regenwald, besser in den Dschungel, Schlafen in Hängematten und wilde Tiere beobachten.

Die Tour, die wir dann erleben entsprach nicht ganz unseren Vorstellungen.

Wir fahren an den westlich von Paramaribo gelegenen Saramacca River. Dort ist unsere Unterkunft, eine Farm mit vielen Tieren und symphytischen Besitzern.

Von dort starten wir mit einer Wanderung, leider nicht in den Regenwald sondern auf einer befestigten Straße entlang des Flusses.

Nach einem leckeren Abendessen brechen wir mit dem Hausherren und seinem Assistenten zur Nachtexpedition auf. Wir wollen Kaimane beobachten. Kaimane sind eine Unterfamilie der Alligatoren und kommen ausschließlich in Südamerika vor.

Zu 6 sitzen wir in einem kleinen Holzfischerboot. Bedenklich dicht kommen wir an die Wasserlinie. Im Dunkeln geht es durch die Nebenarme des Saramacca Rivers. Nur durch das Licht der Taschenlampe können wir Uferumrisse erkennen und den Schatten eines Tieres. 3 Schüsse erklingen. Einen Wasserhasen hat es getroffen. Wir sind geschockt. Wollten wir doch Tiere beobachten und nicht Tiere jagen, geschweige denn mit ansehen, wie sie getötet werden.

Kurze Zeit später fangen unsere Expeditionsführer einen Kaiman und holen ihn ins Boot. Alle 4 rufen wir lautstark, dass sie ihn bitte nicht töten mögen. Unsere beiden Tourenguides beschwichtigen uns und binden dem Tier das Maul zusammen. Dann sollen wir Fotos machen.

Uns ist die Lust vergangen. So haben wir uns die Tierbeobachtung nicht vorgestellt.

Der Abend endet für uns in einer bedrückenden Stimmung. Schnell verkriechen wir uns in die Hängematten.

 

Mit Harry besuchen wir eine der ältesten Kaffeeplantagen Surinams. Die Katwijk Plantage. Immer noch wird dort Kaffee angebaut und produziert. Natürlich in kleineren Mengen als damals.

Die Katwijk Plantage ist seit 1973 im Privatbesitz. Der Familie ist es wichtig, die Geschichte der Plantage zu erhalten. Daher wird dort immer noch Kaffee angebaut, allerdings zum Rösten und Verarbeiten weitergereicht.

Mit Hilfe von Orangenbäumen, die auf der Plantage ebenfalls wachsen, versucht man das Ganze zu finanzieren.

Mit viel Liebe zum Detail erhalten wir eine private Führung. Zum Abschluss gab es den Katwijk Kaffee zum kosten.

 

In der wunderschönen St. Petrus und Paulauskirche in Paramaribo durften wir das Requieme Fauré erleben. Ein tolles Erlebnis.