• 30.10.2018-01.11.2018

 

Auch am Nachmittage rauschen die Fallböen noch immer von den Bergen herab in die Marina. Und kurze, aber heftige Regenschauer machen den Entschluss abzulegen auch nicht leichter. Aber es reift auch die Erkenntnis, dass dies wohl lokale Effekte durch die hohe Bergwelt um die Marina sein müssen und ein paar Meilen seewärts das Wetter ein Anderes ist! Am Wochenende hatte es ganz großes Hafenkino gegeben: Der angekündigte Wind (ca 28kn) wurde durch diese Fallböen verstärkt und es kam zu einem Art privatem Wirbelsturm der Marina mit umlaufenden Winden bis 50 Knoten. Ein Riesenkatamaran an unserem Steg, der durch seine gewaltige Angriffsfläche den Anleger sehr belastete, musste umziehen. Allerdings zu spät: Die Verankerung des Pontons hatte es zerrissen, der Steg bog sich leewärts weit durch und die halbe Nacht mussten Leinen zum Nachbarsteg gezogen werden um einen Komplettabriss zu verhindern.

Um 17 Uhr ist es soweit: Abschied von den Freunden und los geht es. Auf See erwartet uns tatsächlich Abendsonne und ein stetiger achterlicher Wind.

Vor Sonnenuntergang nehmen wir das Großsegel weg. So hat es die Nachtwache und die Windsteuerung leichter. Wir rauschen nur wenig langsamer in die Nacht!

Und so hätten wir es lassen sollen! Jedoch wollen wir „Zeit sparen“ und hissen am nächsten Morgen wieder das Großsegel. Es muss auch noch gehalst werden: Also Spinnakerbaum rechts aus der Genua raus, rüberwuchten, drüben wieder in die Schot pieken und Baum ausrichten. Mittlerweile hat sich die Genua mehrfach ums Vorstag gewickelt… Nach einer Stunde und einigen Kraftausdrücken ist alles so wie es sein soll. Aber: Das Boot liegt nun unruhig vor dem Wind, was die Lebensqualität an Bord doch deutlich einschränkt, die Windsteuerung protestiert und die Geschwindigkeit ist nur unwesentlich gestiegen.  Warum dies alles also? Und dass wir eh´ bei Dunkelheit irgendwo ankommen, ist ja bereits an höherer Stelle entschieden worden.

Also alles wieder retour und so bleibt es dann auch bis zum nächsten Abend!

Am 1.11. taucht dann zum Nachmittage La Graciosa, eine kleine Insel direkt nördlich vor Lanzarote liegend, am Horizont auf.  Eine entspannte Überfahrt geht zu Ende! In 2 Tagen und 2 Stunden 270 sm ist dann auch zeitlich sehr in Ordnung!

Im Hafen der Insel (natürlich bei Dunkelheit) entscheiden wir uns für eine der freien Stellen der Marina und legen an. Die Leinen sind noch nicht fest, da stehen zwei Sicherheitsleute am Steg und erklären den Hafen für überfüllt. Keine Charmeoffensive seitens der weiblichen Besatzungsmitglieder hilft: Wir müssen wieder los und legen uns in die nahe Ankerbucht!

 

02.11.2018

Der Morgen ist ausgefüllt mit kleineren Arbeiten an Bord und dem Versuch, alle zeitgenössischen Wege der drahtlosen Kommunikation nutzend, Kontakt mit dem Hafen herzustellen. Letzteres gelingt nicht! Als schon eine Bittstellerabordnung, ausgestattet mit reichlich Weihrauch, Myrrhe und Tankgutscheinen, zusammengestellt wurde, welche den Hafen auf dem Landwege erreichen soll, geschieht das Wunder: Der Hafenmeister meldet sich! Und noch ein Wunder: Kein Problem, wir können kommen. Es gibt einen Liegeplatz! Und dies für sensationelle 11 Euro pro Tag! Kurze Zeit später betritt unsere Expedition erstmals kanarischen Boden!

 

03.11.-04.11.2018

 

La Graciosa hat seinen Namen zu recht: Eine wunderschöne Insel, sandig und steinig mit hohen Bergen, naturbelassen! Die kleinen Häuser stehen mitten in einer Art Wüste. Man denkt an eine Oase in der Sahara. Wir kämpfen uns mit unserern Bordfahrrädern die unbefestigten Wege entlang, welche sonst hauptsächlich von einer Sammlung Uralt-Landrovern befahren werden. Es ist sehr anstrengend und die Insel erscheint uns größer, als sie eigentlich ist.

Abends genießen wir wieder das bekannte fröhliche spanische Treiben in den Kneipen der Insel. Gegenüber den Portugiesen, welche zwar immer freundlich aber doch recht zurückhaltend sind, scheint man in Spanien doch das Leben mehr zu feiern. Wir genießen dies sehr.

Auch lernen wir neue Menschen kennen: Daniel, ein deutscher Segler, der seit 3 Jahren zumeist allein unterwegs ist. Und viele freundliche Franzosen!

 

05.11.2018

 

Nach dem Frühsport sind wir auf dem Wege zur Dusche! Der bereits vom Donnerstag her bekannte Security-Mann fordert uns auf sofort abzulegen. Protest unsererseits, haben wir doch bis heute bezahlt! Da der Hafenmeister kaum englisch sprach, wurde dies mittels eines Kalenders genau festgelegt. Nein, bestimmt der Uniformierte, hier zählen Tage nicht Nächte und wir hätten gestern schon weg sein müssen. Eine solche Zählweise der Liegetage ist uns nun noch nie vorgekommen. Aber ein Wunder: Auf einmal wird uns doch noch eine Stunde gewährt und da wir eh´ früh ablegen wollten, beenden wir die Debatte! Man muss nicht immer alles verstehen wollen…

Hier mal ein Wort zu den Marinas der letzten Zeit:

Liebe Hafenbetreiber in Deutschland! Wir haben erst jetzt erfahren, in welch paradiesischen Zuständen wir all die Jahre gelebt haben. Schnelle Anmeldung, Liegen für wenig Geld unter fast immer sehr guten Bedingungen! Sollten wir jemals unwillig gewesen sein, so bitten wir hier demütig um Absolution!

Es bedarf in Südeuropa einer Unmenge Papiere, um die Gnade eines Liegeplatzes zu erlangen. Es wird jede Seite dieser Papiere kopiert und gerne dann noch einmal per Hand abgeschrieben, was nur abzuschreiben geht. Eventuell wird dies dann noch in einen Computer eingehämmert. Dann gilt es auf das immer langsame Internet zu warten (wofür braucht man das eigentlich?) und nach ca. 30 Minuten ist diese Prozedur beendet. Wenn man der einzige Bittsteller ist!

In Porto Santo saßen 3 (drei!) Damen im mit Computern, Kopieren und Druckern hochgerüsteten Hafenbüro und bearbeiteten die ca. 15 Jachten, die irgendwann mal in den Hafen kamen und irgendwann wieder den Hafen verlassen wollten. Dazu gab es einen Hafenmeister, einen Verwalter der auf dem Land liegenden Boote, einen Mann der Guardia Civil, der die an- und abreisenden Boote auf einem DINA5-Schmierzettel notierte und -wunderbarerweise- eine sehr freundliche Dame, die uns die Bedienung der Waschmaschine zu erklären hatte! Nicht viel anders ging es in den anderen Häfen Spaniens und vor allem Portugals zu. Kein Wunder, dass so Liegegebühren zwischen 25 und 45 Euro obligatorisch sind! Keine Klage: Alle sind meist freundlich, die Marineros helfen oft beim Anlegen. Aber ginge es nicht auch einfacher, schneller, mit weniger Papierverbrauch?

Um 10 Uhr legen wir jedenfalls ab. Durch die Erfahrungen in den letzten beiden Häfen etwas klüger geworden, haben wir uns gestern einen Liegeplatz in Puerto Calero auf Lanzarote reserviert. Die Häfen sind seit Madeira immer voll belegt. Immer mehr Menschen entfliehen dem Alltag und wollen süd- bzw. westwärts. Will denn keiner mehr für unsere Rente arbeiten?

„Ihr seid doch überhaupt nicht besser!“ schallt es aus dem Auditorium.

Wir? Bei uns ist das doch irgendwie was anderes.

 

06.11. – 13.11.2018

 

Lanzarote. Wir liegen in Puerto Calero. Eine Marina, die alles bietet: Gute sanitäre Bedingungen, Schutz vor Schwell und Wind, hilfreiche und freundliche Marineros. Und doch fehlt irgendwie die Seele. Viele Urlauber, große Millionenyachten empfangen den einlaufenden Segler, der Hafen ist umgeben von Restaurants, die größtenteils nicht in spanischer Hand sind. Aber wir finden einen schönen Platz für uns südlich der Marina: Nach einer Wanderung über die Berge erreicht man  Playa Quemada. Dort gibt es einen einsamen Strand, die Tische des Restaurants stehen direkt am Meer. Und man kann von hier aus weiter in die Berge wandern.

Noch eine große Freude für uns ist der Besuch unserer Freundin Ulrike. Sie macht hier eine Woche Urlaub und wir unternehmen viel gemeinsam. Neben vielen ursprünglichen und schönen Dörfern, gibt es auch katastrophale Bausünden: Halbfertige Ferienanlagen, die gespenstisch leer sind und großflächige Bebauung einzelner Strandareale.

Überall auf der Insel findet man Spuren des „Inselkünstlers“ Cesare Manrique. Jeder Reiseveranstalter scheint mit diesem Image zu werben. Cesare ist schon eine Weile tot und kann sich nicht mehr wehren. Zeit seines Lebens hat er gegen die übermächtige Bau- und Hotellobby gekämpft, wie wir beim Besuch der Manrique-Gedenkstätten lernen.

 

14.11. – 17.11.2018

 

Wir sind weiter gezogen nach Fuerteventura. Gran Tarajal ist eine Marina im Südosten der Insel und wird staatlich verwaltet. Dementsprechend ist der Liegeplatz billiger, alles nicht ganz so ordentlich und irgendwie lebendiger. Fischerboote, eine Werft und die Liegeplätze sind nicht so eng nebeneinander. Bodenhaltung, keine Käfighaltung! Auch der dazugehörige Ort ist nicht dem Tourismus geopfert, was uns sehr gefällt.

Leider macht sich nur der beständige Schwell unangenehm bemerkbar.

Wir wandern, fahren Fahrrad und basteln an Bord!

Die Toilette ist dicht! Einen Tag bringen wir mit dieser Arbeit zu. (Details werden vom Verfasser gerne gegen Zusendung eines ausreichend frankierten und adressierten Rückumschlages mitgeteilt.)

 

18.11.  –  22.11.2018

 

Die 90 Meilen nach Gran Canaria sind bei moderater Welle und günstigen Winden eine wahre Freude. Und im Mondschein gelingt auch das Anlegemanöver um 3 Uhr morgens in Puerto de Pasito Blanco problemlos. Ein Marinero ist auch zu dieser Zeit im Hafen und zeigt uns den Liegeplatz. Und wir sind sehr angenehm überrascht: Obwohl die Marina in Rufweite zum touristischen Ballungsgebiet liegt, herrscht hier Ruhe! Es gibt einen kleinen Strand und alles, was man sonst braucht.

Wir treffen liebe Freunde: Birgit und Matthias machen hier gerade Urlaub und wir genießen die gemeinsame Zeit.

Wir sind auch sehr überrascht über die Schönheit der Insel. Mit einem Mietwagen verlassen wir den Küstenbereich und fahren in die Berge. Grandiose Schluchten, wunderschöne kleine Orte. Wir hatten so unsere Vorurteile und finden diese hier jedenfalls nicht bestätigt! Zum Glück!

Am 22.11. legen wir ab und verbringen noch eine Nacht vor  Anker vor Puerto de Mogan. Morgen soll es weiter nach Teneriffa gehen.

23.11. – 25.11.2018 Teneriffa

Ursprünglich wollten wir Teneriffa auslassen, haben uns dann doch entschlossenen wenigstens einen kurzen Zwischenstopp einzulegen (den Haken setzen zu können ist ein gutes Gefühl). Unser favorisierter Hafen heißt San Miguel. Trotz zahlreicher, erfolgloser Reservierungsversuche (die Telefonstimme haben wir aber nun ins Herz geschlossen), werden wir von einem sehr netten Hafenmeister empfangen, der sogar beim Anlegen hilft.

Um an einem Tag möglichst viel zu sehen, mieten wir uns ein Auto.

Früh am Morgen geht es voller Pläne los. Wir halten noch schnell an einer Markthalle, wo wir uns mit großer Begeisterung mit frischem Obst und Gemüse eindecken. Auf dem Rückweg zum Auto finden wir dieses in einem ziemlich verbeulten Zustand vor. Uns ist ein Engländer in unser Auto gefahren! Nach Klärung des Sachverhaltes, Hilfe von unserer Autovermietung, konnten wir dann aber relativ schnell unsere Erkundungstour mit einem neuen Mietwagen fortsetzen. Das wäre in Deutschland nicht so schnell möglich gewesen.

Unser Weg führt zum Pico del Teide, der uns seinen schneebehangenen Gipfel präsentiert, über die Orte La Orotava und San Christobal de la Laguna. Orte, die uns sofort begeistern.

In Christobal de la Laguna bekommen wir eine Art des städtischen Lebensgefühls zu spüren, das in uns große Freude auslöst. Unser kultureller Hunger wird geweckt und kurzerhand beschließen wir, den Tag mit einem Besuch der Oper Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti abzuschließen.

Gut, dass wir Teneriffa doch noch gesehen haben!

Nächstes Ziel heißt: La Gomera

 

25.11. – 07.12.2018

 

Die Überfahrt nach La Gomera beginnt sehr entspannt mit 5 Knoten achterlichem Wind! Stunden später, wir haben nun endlich die Abdeckung Teneriffas verlassen, setzt die „Düse“ zwischen den Inseln ein: Der Wind dreht innerhalb weniger Minuten um 180 Grad und frischt ebenso schnell auf ca. 20 Knoten auf.

In der Marina San Sebastian de La Gomera dann das übliche Szenario:

„Habt Ihr reserviert?“

„Nein!“

„Oh, dann könnt Ihr nur eine Nacht bleiben!“

Am nächsten Morgen im Büro interessiert dies jedoch (wie immer) niemanden mehr! Wir können bleiben so lange wir wollen.

 

Wir fühlen uns auf Anhieb hier wohl. San Sebastian ist eine kleine Stadt mit wenigen touristischen Ambitionen. Die Insel ist grün, eigentlich ein einziger zerklüfteter Berg und die Besucher kommen zumeist zum Wandern von Teneriffa mit der Fähre. Wir nutzen das perfekte Busnetz und fahren in alle Ecken der Insel.

Übrigens: Busfahren hat hier einen hohen Unterhaltungswert! Auch männlichen Busfahrern sind in diesem Landstrich mehr als 500Worte/Tag gegeben. Immer ist irgendwo ein Fahrgast, mit welchem man dauerredet. Noch besser: Weibliche Busfahrerinnen! Ohne Satzzeichen werden die männlichen Opfer, die in den vorderen Reihen sitzen, bearbeitet. Nur kleinlaut gelingt es diesen machmal auch ein Wort in die Debatte einzuwerfen. Zum Reden bedarf es der Hände! Im Höchstfalle eine Hand am Lenkrad steuert sie die kurvenreiche Strecke in perfekter Linie gen San Sebastian. Wie sie das macht, ist uns ein Rätsel! Aber ein wahres  Fest beginnt, wenn die obligatorische alte Dame um die 70 mit einer Unmege von Tüten und Taschen eingesammelt wird. Diese stehen immer irgendwo an der Landstrasse und mittels eines Handzeichens wird der Bus gestoppt. Sitzt die Dame, beginnt ein maschinengewehrartiger Monolog, welcher erst nach dem Aussteigen wieder ein Ende findet. Wir sind fasziniert! Und dass ein Bus während der Linienfahrt an einer Tankstelle hält und dieser hier langwierig vollgetankt wird, haben wir auch noch nie erleben dürfen.

 

 

Wir machen die schönsten (und aber auch die anspruchsvollsten) Wanderungen unserer Reise! Und ergiebig sind diese auch: Avocados, Maracujas, Orangen, Mangos „finden“ sich am Wegesrand!

Im Valle Gran Rey treffen wir auf eine sehr esoterisch angehauchte deutsche Gemeinschaft. Yoga, Dinkelpizza, Angebote für Seelenzergliederung und Weltverbesserungsseminare an allen Aushängen. Die deutsche Sprache dominiert und die spanische Lebensweise scheint verdrängt worden zu sein. Irgendwie ist dies nicht unsere Welt…

Zwei Tage später machen wir Rast in einer Dorf-Bar: Hier treffen wir auf eine kleine Gruppe Deutscher, welche auch hier leben, allerdings inmitten einer Dorfgemeinschaft. Sie leben mit den Spaniern, sprechen die Sprache und sind uns sofort sympathisch. Wir kaufen ein Buch vom deutschen Inselautor und trinken ein paar Biere zusammen. Sicherlich können wir über die Lebensformen dieser Insel in der kurzen Zeit keine Urteile abgeben. Aber dies fühlt sich doch gesünder an…

Zu unserer großen Freude treffen wir Freunde aus Lagos wieder: Inge und Ralf legen ein paar Tage später an und wir verbringen viel Zeit miteinander. Beide sind schon ein paar Jahre unterwegs und wir profitieren nebenher auch von ihren Erfahrungen.

Am 5.12. verlassen wir aber dann doch mit etwas Wehmut den Hafen. Aber unser Bauchgefühl sagt uns, dass jetzt mal wieder eine Veränderung kommen muss: Die nächsten 3 Nächte verbringen wir in Ankerbuchten vor der Insel. Am Playa de Chinguarime beobachten wir vom Wasser aus Menschen, die anscheinend den Tag am Strand verbringen und nachts in Höhlen wohnen, welche reichlich im Berg in unterschiedlichen Höhen vorhanden sind. Später sieht man dann offene Feuer in den Behausungen: urgesellschaftliche Lebensformen!

Am 8.12. wollen wir früh aufbrechen um Puerto Tazacorte auf La Palma zu erreichen. La Gomera bleibt in unseren Herzen. Nie auf unserer Reise waren wir länger an einem Ort, nirgendwo hat es uns bisher besser gefallen!

 

08.12. – 24.12.2018

 

Wir wollen früh los gen La Palma: Also klingelt der Wecker um 5 Uhr morgens! Motor an, Anker hoch, schnell wieder nach hinten gesprungen ins Cokpit, Gashebel nach vorne damit wir nicht auf eines der vielen neben uns ankernden Boote treiben.  Doch nichts passiert! Der Motor tuckert weiter im Leerlauf! Dunkelheit breitet sich aus über Boot und Besatzung wie in einer finsteren mondlosen Nacht!

Schnell wieder den Anker auf den Meeresgrund geschickt und Esmeralda sucht sich ein neues Plätzchen sehr nahe zwischen zwei ankernden Booten.

Was ist passiert? Der Gas-Seilzug ist gerissen. Wir haben jedoch ein Ersatzteil an Bord und die nächsten 3 Stunden wird unter Flutlicht der neue Bowdenzug eingebaut. Um 8.30 Uhr ist es dann soweit: Anker nun endgültig wieder ans mittlerweile helle Tageslicht und es geht los! Halber Wind mit ca. 25 Knoten bringt das Boot in Schwung und die Festmacherleinen sehen diesmal die Nachmittagssonne von Puerto Tazacorte (und nicht wie üblich den Mondenschein). Unterwegs gab es noch eine stürmische Begrüßung von einer lustigen Delphinherde: Ca. 50 bis 100 lebensfrohe Tiere springen aus den Wellen heraus uns entgegen und ein kleiner Teil beschließt, ein paar Minuten an unserer Seite zu bleiben! Seit Lagos hatten wir keinen Delphinbesuch mehr und nie sahen wir eine so große Zahl dieser Tiere.

Und noch eine große Freude: In Puerto Tazacorte empfangen uns Maren und Klaus von der Ariadne! Wir haben uns seit Madeira nicht mehr gesehen. Jetzt jedoch können wir noch etwas Zeit gemeinsam verbringen, allerdings fliegen die beiden in einer Woche erst einmal nach Hamburg.

Am 11.12. kommt unser Sohn Hans mit Freundin Michelle zu Besuch. Wir sind sehr glücklich beide hier bei uns zu haben. Gleich am nächsten Tage beginnen wir gemeinsam einen Tauchkurs, den wir rechtzeitig abschließen können, so dass auch noch Zeit für Wanderungen und Strand bleibt.

 

Es ist sehr schön mit den „Kindern“ die Vorweihnachtszeit hier zu erleben.   Es geht eher lustig zu: Viel Musik der fröhlichen Art, die Menschen sind auf den Strassen und verbringen die Zeit gemeinsam. Wir tun dies auch und erleben unsere gemeinsame Zeit mit Michelle und Hans sehr intensiv.

Am 21.12. bekommen wir sehr überraschend Besuch: Kati und Alex sind mit einem Kreuzfahrtschiff auf La Palma für einen Tag hier. Wir verbringen eine kurze aber wunderbare Zeit gemeinsam.

Am 22.12. müssen wir die Kinder leider wieder zum Flughafen bringen. Wir sind traurig, freuen uns aber schon auf den Besuch unserer Tochter mit Kind und Mann am 26.12.!

 

Nun werden wir uns hier die Weihnachtszeit besinnlich und freudvoll gestalten. Das Boot erstrahlt im weihnachtlichen Glanze und wir sind in Gedanken bei unserer Familie, unseren  Freunden und Bekannten in Deutschland.

Seid alle herzlich umarmt, eine schöne Weihnachtszeit und auf ein Wiedersehen irgendwann!  

 

 

26.12.2018 – 08.01.2019

Am 26.12.2018 holen wir Jule, Björn und Lino vom Flughafen ab. Wir verbringen eine wunderbare Zeit miteinander und genießen den Besuch in vollen Zügen. Gemeinsam erkunden wir die Insel, wandern und verleben Strandtage, die besonders Lino große Freude bereiten.

Silvester ist unspektakulär. Um Mitternacht tröten sich vereinzelnde Segler zu, um das neue Jahr zu begrüßen. Uns stört das weniger, denn wir haben an diesem Tage Jules Geburtstag gefeiert.

Die Zeit mit den Kindern und unserem Enkel ging leider mal wieder viel zu schnell vorbei. Wir sind traurig als wir sie am 08.01.2019 wieder zum Flughafen bringen und Abschied nehmen müssen.

 

 

09.01.2019

Unsere Vorbereitungen für die große Überfahrt laufen auf Hochtouren. Jede Ecke und jeder Winkel unsere Esmeralda ist mit Nahrung ausgefüllt.

 

Am 12.01. -13.01.2019

Wir legen um 8:00 Uhr ab. 48 sm liegen vor uns. Wir wollen auf El Hierro noch einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Die Welle ist kappelig und so ganz wohl ist uns im Magen nicht.

Natürlich legen wir wieder bei Dunkelheit an.

Sofort von Bord gesprungen, begeben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant.

Enttäuscht stellen wir fest, dass fußläufig nichts zu erreichen ist.

Dennoch werden wir in einem Haus fündig. Einige Männer sitzen in einem Raum zusammen und schauen Fußball.

Nach zaghaften Nachfragen, ob wir etwas zu Essen bekommen könnten, zaubert uns die Dame des Hauses viele kulinarische Köstlichkeiten. Wir genießen das Essen und einen guten El Hierro Wein.

Da unser Aufenthalt nur kurz auf El Hierro sein wird, beschließen wir am nächsten Tag den öffentlichen Bus zu nehmen und so die Insel zu erkunden.

Wir sehen viel und treffen nette und interessante Menschen.

 

Am 15.01.2019 starten wir nun in die Karibik. Unser Ziel ist Dominica. Ca. 2600 sm liegen vor uns. Das bedeutet 3 Wochen auf See. Wir sind aufgeregt, freuen uns aber zugleich auf die Herausforderung.

Wir werden über Kurzwelle Wetterdaten empfangen können und werden auch von Zeit zu Zeit einen Positionsreport in das Netz stellen. Falls daran Interesse besteht hier eine kurze Anleitung, wie dies zu sehen wäre:

Winlink.org aufrufen->Ordner „Positions“ öffnen->es taucht eine Karte auf-> hier links-oben in das Feld „Enter Callsign“ DO2ESM (unser Kurzwellenrufzeichen) eingeben          ->“Find“ anklicken ! Das war es. Nun tauchen unsere Positionen der letzten Zeit auf der Karte auf.

 

Bis bald!