Dominica 06.Februar- 11.Februar 2019

Wie soll es auch anders sein, Dominica, die Hauptstadt Roseau erreichen wir bei Nacht.


Froh eine Mooring-Tonne gefunden zu haben, machen wir fest. Die ganze Anspannung von 22 Seetagen weicht von uns, dafür kommt mit einem Schlag Müdigkeit und Erschöpfung. Beim „Anleger“ fallen uns fast die Augen zu.
Als wir am nächsten Tag unsere Köpfe aus dem Cockpit strecken, fällt der erste Blick auf ein Kreuzfahrtschiff. Mein Schiff. Wie unfair! Die haben es bestimmt in ein paar Tagen geschafft…

Wir beschließen das Boot doch nochmal an eine andere Stelle zu verholen.

Beim Anblick der Küste sehen wir, dass Hurrikan Maria 2017 böse Spuren hinterlassen hat. Viele Häuser sind komplett zerstört worden oder stehen nur noch als Ruine.

Wir landen bei Sea Cat, fleißige Jungs, die ihr Büro (bestehend aus einer Liege, ein paar Stühle und einem umgestülpten Fass, dienend als Tisch) direkt unter einem Wellblechdach am Strand haben.

Mit dem Dinghi geht’s an Land. Wir müssen bei der Behörde einklarieren, dies verbinden wir mit dem Gang durch die Stadt.

Uns überkommt ein kleiner Kulturschock. Alles ist so anders. Die Menschen, die Häuser, die Gerüche, die Lautstärke. Tapfer laufen wir die wuseligen Straßen entlang, kaufen die nötigsten Dinge und erledigen die Einklarierung.
Zurück an Bord freuen wir uns über unsere „Oase“. Wir fühlen uns etwas überfordert mit der ganzen Situation.

Die nächsten Tage fühlen sich viel besser an.
Eine geführte Inselrundfahrt mit Wanderung durch den Regenwald bis hin zu den Trafalgar Falls nutzen wir ebenfalls als Gelegenheit endlich mal wieder im Süßwasser zu baden.

Danach besichtigen wir einen weiteren Wasserfall, wo wir diesmal in einer heißen Quelle baden. Herrlich. Ein Genuss. Wir sind begeistert.

Am nächsten Tag segeln wir nach Portsmouth. Dort lassen wir uns durch den Indian River führen, mit einer einzigartigen Flora und Fauna.

Albert, unser Guide, berührt uns ganz besonders. Er hat durch eine Infektion sein linkes Bein verloren, danach verließ ihn seine Frau und Hurrikan Maria nahm sein Haus. Unterkriegen lässt er sich aber nicht. Seine Touren macht er mit Herzblut und voller Leidenschaft. Wir schließen ihn in unser Herz. Am Abend findet ein Seglertreffen statt. Es wird gegrillt und Rum Punch getrunken und wir führen sehr nette Gespräche mit anderen Seglern.

Unseren letzten Tag auf Dominica verbringen wir mit einer Wanderung. Erst geht es zum Nationalpark und danach wandern wir bis zur nächsten Bucht. Wir treffen unterwegs auf unglaublich freundliche Menschen, die einfach nur einen kurzen Plausch mit uns halten wollen, uns Hinweise zum Weg geben oder uns etwas zu trinken geben ohne dafür Geld annehmen zu wollen. Wir sind ganz berührt von dieser Menschlichkeit.

Dominica haben wir ins Herz geschlossen!