Nachdem wir von Blyth und Sunderland nicht so angetan waren wurden wir nun von einem ganz wunderbaren Ort empfangen. Holy Island! Eine Insel mit einem ganz besonderem Spirit. Aber der Reihe nach. Nachdem wir in Blyth um 10:00 Uhr ablegen, haben wir 37 sm vor uns, um zum nächsten Zielort zu gelangen. Die Fahrt ist mit angenehmen Wind, einer Durchnittsgeschwindigkeit von 6 Knoten und sommerlichen Temperaturen , sehr gut zu meistern. Die Windsteuerung übernimmt die Arbeit, wir genießen die Sonne.
Eine schmale Durchfahrt, umrahmt von langgezogenen Sandbänken, verlangt kurz vor dem Ziel allerdings nochmal unsere volle Aufmerksamkeit. Dann erreichen wir unsere Ankerbucht. Das erste Mal ankern auf dieser Reise. Immer wieder ein spannendes Ereignis , mit der Frage, wird der Anker halten? Wir Glückspilze! Gleich der erste Versuch ein Erfolg. Wir schauen uns glücklich an und feiern das Ergebnis mit einem Glas Wein. Dann wartet Arbeit auf uns. Das Dingi muss aufgepumpt und Bodenbretter eingelegt werden, um es dann ins Wasser zu lassen. Unsere Freunde, Familie Töpfer, warten auf der Insel, um von uns abgeholt zu werden. Somit wird schnell an Land gepaddelt, die Freunde werden eingesammelt und zurück aufs Boot gebracht. Hier genießen wir einen schönen lauen Abend in vertrauter Runde. Später paddeln wir unsere Freunde zurück, nehmen noch ein Abschiedsbier in der Kneipe und verabreden uns für den nächsten Tag, um die Insel gemeinsam zu erkunden.
Wach werden wir durch lautes Geschnaufe und Geschrei. Wir schauen vorsichtig und etwas verunsichert (voller Angst) aus dem Cockpit und entdecken dutzende Seehunde, die prustend und schnaufend um unser Boot schwimmen. Was für ein Anblick!
Schnell Sachen zusammengesammelt steigen wir ins Dingi und paddeln, begleitet von einigen Seehunden, zur Insel. Wir scheinen für die Seehunde eine willkommene Abwechslung zu sein. Mit großer Freude strecken sie ihre Köpfe vor uns aus dem Wasser, Mustern uns von allen Seiten und tauchen wieder ab. Wahrscheinlich sieht so ein Zoobesuch für Seehunde aus.
Von Familie Töpfers werden wir auf der Insel schon erwartet. Gemeinsam geht es auf Entdeckungstour.
Holy Island auch Lindisfarne genannt, begeistert uns mit einer wunderschönen Kirche, einer Klosterruine und einem Burgschloß. Wir umwandern die Insel, die wie ein Dreieck geformt und mit hügeligen Wiesen und kleinen Feldern bestückt ist. Es gibt 60 Einwohner. Ein kleiner Garten, mit einer vielfältigen Blumenpracht hat es uns besonders angetan. Pausen gönnen wir uns in hiesigen Cafés und verbringen so einen großartigen Tag. Holy Island ist bei Niedrigwasser keine Insel mehr, da sie zu diesem Zeitpunkt durch eine Sandstraße mit dem Festland verbunden ist und mit dem Auto dann befahren werden kann. Somit ist die Zeit mit unseren Freunden und damit auch der verbundene Abschied vorgegeben, denn die Beiden müssen mit ihrem Camper zurück aufs Festland. Wir winken dem roten Campingbus lange hinterher, der Abschied macht uns wehmütig.
Zurück an Bord heben wir das Dingi aus dem Wasser, machen alles seefest, lichten den Anker und verlassen diesen wirklich besonderen Ort. Zwei reizende, typisch englische Damen, mit denen wir am Vortage ins Gespräch kamen, haben recht behalten. „The island has spirit.“
Es ist 17:00 Uhr. Esmeralda ist wieder unterwegs. Vor uns liegen 110 sm. Wir freuen uns nun auf Peterhead – Schottland.